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Who is Who?

Wilhelm Börner
1882-1951

Wilhelm Börner wurde als Sohn eines Oberingenieurs der Nordbahn im niederösterreichischen Laa/Thaya geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Wien, wo er auch die Studien der Philosophie, Pädagogik und Germanistik aufnahm. Als Schüler von Friedrich Jodl setzte er sich fortan für dessen Lebenswerk ein. Er wurde 1906 zum ersten hauptberuflichen Sekretär des Wiener Volksbildungsvereins bestellt, da der Umfang der Vereinsgeschäfte die Anstellung eines Sekretärs erforderte. 1909 legte er diese Funktion zurück und wurde Erster Sekretär der von Jodl gegründeten „Ethischen Gemeinde“, die er ab 1919 leitete. 1928 begründete er die „Lebensmüdenstelle“ in Wien.

Börner gilt als Hauptvertreter der freireligiösen Moralpädagogik und vertrat die Positionen eines radikalen Pazifismus und Monismus. Neben seinen philosophischen und schriftstellerischen Arbeiten widmete er sich der Volksbildung. Er setzte sich besonders für die Idee der Volksbücherei ein und wandte sich in Aufsätzen und Vorträgen gegen die Schundliteratur. Neben Büchern wie „Die ethische Bewegung“ (1912), „Charakterbildung des Kindes“ (1914), „Erziehung zur Friedensgesinnung“ (1918) und „Antisemitismus-Rassenfrage-Menschlichkeit“ (1936) verfasste er auch eine Biografie Friedrich Jodls.

Seine entschiedene Gegnerschaft zum Nationalsozialismus brachte ihn 1938 kurzzeitig in ein Konzentrationslager. Gesinnungsfreunde ermöglichten ihm die Emigration in die USA, aus der er 1948 nach Wien zurückkehrte. Er starb in Wien.

Weiterführende Literatur:

Wilhelm Börner, Erziehung zur Friedensgesinnung, Wien: Ethische Gesellschaft 1918, 26 S.

Wilhelm Börner, Kritischer Optimismus, Wien: Sensen-Verlag 1971, 211 S.
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